We are archineers
Wien ist die Stadt in der die archineers walten und schalten. Ein Spaziergang mit den Herren durch ihre Heimatstadt, lässt den Besucher staunen. Nicht wenige Bauideen und Umsetzungen gingen durch die Hände der Herren Müller-Hartburg und Schwaighofer. Der Florido Tower, die Bankhäuser Sal. Oppenheim, die Boston Consulting Group, das Bundesforsthaus und eine Vielzahl alter Schlösser gehören zu nur einigen Beispielen.
Geht man die Kärntnerstraße entlang, so kommt man nicht umhin, in das imposante Gebäude des Peek & Cloppenburgs einen Blick hineinzuwerfen. Das moderne und lichtdurchflutete Gebäude lässt bei dem ein oder anderen architekturaffinen Beobachter unweigerlich die Frage entstehen: Was macht dieses moderne Bauwerk inmitten der historischen Gebäude der Kärntnerstraße? Denn immerhin ist die Kärntnerstraße für ihre wunderschönen Altbauten, altehrwürdigen Häuser und altmodisch-lieblichen Kaffeehäuser bekannt.

Der moderne Neubau hebt sich unweigerlich von der Masse ab: Von außen bietet das helle Gebäude durch seine unzähligen großen Fenster, einen Einblick in die Schätze die das Einkaufszentrum zu bieten hat. Betritt man die Pforte des P&C, so findet man sich in einem riesigen Atrium-gleichen Raum mit Tageslicht-Qualität wieder, welcher seine Ware großzügig präsentiert. Treppen und Fahrstühle weisen den Weg in die oberen und unteren Stockwerke, welche mit ebenso delikatem Fabrikat locken. Das Gebäude erinnert an ein modernes Kaufhaus sondergleichen im Shoppingzeitalter 2.0.
Doch wie kam es dazu, dass das ehemalige Finanzministerium abgerissen und der modische Kaufhauspalast gebaut werden konnte?
Niemand glaubte daran, dass das alte Finanzministerium jemals abgerissen werden würde. Durch minutiöse Recherche und intensiver Arbeit kam es dennoch anders. Es handelte sich bei dem alten Gebäude nämlich nicht – wie fälschlicherweise angenommen – um eine schützenswerte Substanz. Um die beste Alternative für die frei werdende Fläche zu gestalten, entwarfen die archineers eine Gesamtstrategie: Ein Wettbewerb für den besten Architekten wurde ausgeschrieben, eine Jury zusammengestellt, Pläne entwickelt, uvm.


Zuerst einmal machten sich die archineers mit dem rechtlichen Rahmen bekannt und verschafften sich einen historischen Überblick über die Fläche, die bebaut werden sollte.
Die Verwandlung der Liegenschaft in der Kärntnerstraße war ein interessanter weg für den Architekten und den Ingenieur. Die Herren übernahmen alle Prozessbereiche von Vorstudie, Entwurf, Baugenehmigung, Projektcontrolling, Projektentwicklung, Bauherrnconsulting, Sachverständigentätigkeit, Liegenschaftsbewertung und Planung. Gemeinsam mit einem Projektteam präzisierten sie eine Vision und bauten an dem fachlichen Gerüst.
In der Innenstadt ein historisches Gebäude abzubrechen? Allein der Gedanke daran war für die meisten Wiener undenkbar.
Die archineers beschäftigten sich über Monate hinweg intensiv mit der Geschichte der Kärntnerstraße. Besonders die Zeit der Industrialisierung weckte ihr Interesse. Immerhin kamen in dieser Epoche erstmals öffentliche Warenhäuser auf. Die Philosophie der modernen Pariser Warenhäuser aus dem 18. Jahrhundert, war die „Philosophie des feinen Geschmacks“. Es war die Zeit des modernen sozialen Wandels, welcher den Übergang von einer traditionellen Form von Gesellschaft zu moderneren Formen, etwa der Industriegesellschaft, markierte. Das Bild der Frau veränderte sich, zum Beispiel durften Frauen jetzt alleine in die Warenhäuser einkaufen gehen. Dies war vorher undenkbar. Das Warenhaus wurde nicht nur zum Treffpunkt des Sehen-und-Gesehen-Werdens, sondern auch Ort der beginnenden Modernisierung und der Legitimierung des Geldes. Hier vermischten sich erstmals arme und reiche Konsumenten. Die archineers formulierten die Vision, den Stellenwert der „Philosophie des feinen Geschmacks“ wieder in die Kärntnerstraße zu bringen. Immerhin haben die Warenhäuser schon vor hundert Jahren das Stadtbild Wiens positiv verändert. Durch den Stellenwert der Warenhäuser strömten damals Menschen von Stadt und Land in die Kärntnerstraße. Von diesem Zulauf profitierten immer auch die kleinen Geschäfte im Umkreis.


Von dem Plan, den Geist der Pariser Warenhäuser aus dem 18. Jahrhundert mit dem Look und der Statik eines klassischen Theaterbaus zu vereinen, war schlussendlich auch die Stadt Wien überzeugt. Nach Gesprächen mit der Wirtschaftskammer, Bezirksvorsteher und Anrainern, war es endlich soweit.
„Wir verstehen wo die Möglichkeiten sind. Wir denken das Unmögliche und fragen uns wie man es fachlich umsetzen und unterfüttern kann, sodass es eine profunde Rechtfertigung für die Veränderung gibt.“
Auch in Zagreb, Kroatien wurde von den Achineers für P&C nach einem geeigneten Gebäude für die Kaufhauskette gesucht und in der Historie der kroatischen Hauptstadt recherchiert, sodass die Weichen für einen optimalen Bau gelegt werden konnten.
„Die notwendigen Prozessschritte sind bei jedem Projekt ähnlich“, so die archineers, „was jedoch zwischen den einzelnen Schritten geschieht, ist jedes Mal wie ein handgestrickter Pullover mit neuen Mustern, der nach Wunsch der unterschiedlichen Beteiligten angefertigt wird.“
Es ist diese Art des Denkens, welche den bleibenden Erfolg der archineers begründet: Sachliches Bauverständnis, historisches Wissen und ästhetisches Fingerspitzengefühl.